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Fuchs

Spezifische Gruppensprachen sind historisch gewachsen, dienen zur Abgrenzung nach außen und Identifikation nach innen. Man nennt sie auch Soziolekte.

In der Gruppensprache der Studentenverbindungen bezeichnet Fuchs ein neues Mitglied einer Verbindung. Parallelen zum Noviziat christlicher Orden oder zur Zeit zwischen Taufe und Konfirmation sind offensichtlich. In dieser Phase, die ca. zwei Semester dauert und die man auch als Probezeit bezeichnen kann, lernten sich die Mitglieder gegenseitig kennen. Danach wird der Fuchs endgültig in den inneren Kreis der Verbindung aufgenommen, er wird Bursch und Vollmitglied. Oder er entscheidet sich anders und tritt aus.

Seit dem Mittelalter bis weit ins 19. Jahrhundert war Fuchs in der allgemeinen Studentensprache eine Bezeichnung für jeden Studenten in den ersten beiden Semestern.
Im weiteren Verlauf reduzierte sich der Sprachgebrauch auf die jüngsten Mitglieder von Studentenverbindungen.

Nähert sich der junge Student erwartungsvoll einer Verbindung, wird er als Spefuchs bezeichnet, von lat. „in spe“=hoffentlich. Ein Spähfuchs wird er trotz vielfacher Versuche niemals.
Ein Abiturient, der schon während der Militär- oder Zivildienstzeit Mitglied wird, nennt man Militärfuchs.

In der Fuchsenzeit hat das Mitglied eingeschränkte Rechte und Pflichten. Er wird vor allem nicht zu Ämtern herangezogen.
Der Fuchs hat in dieser Zeit die Verpflichtung, sich mit der Kultur der Verbindungen, den Eigenheiten seines Verbandes und den sonstigen Anforderungen seiner Verbindung vertraut zu machen. Einzelheiten unter „Förderung“ auf dieser heomepage. Die dient der Vorbereitung auf seine Zeit als Vollmitglied, in der er Ämter und Chargen übernimmt. Die jungen Mitglieder sind die wichtigsten Entscheidungsträger im Corps. Darauf werden sie vorbereitet und ausgebildet.
Verantwortlich für die Ausbildung der Füchse ist der Fuchsmajor. Dem Mentor obliegt die Gesamtausbildung inklusive der Studienförderung.

Voraussetzung für eine Vollmitgliedschaft sind:
- das erfolgreiche Absolvieren einer Mensur
- das erfolgreiche Einhalten der Zielvereinbarungen zum Studium
- die Teilnahme an min 2 Seminaren der Akademie Weinheim und studium generale
- erfolgreiches Absolvieren eines Vortrages
- erfolgreiches Absolvieren der sog. Burschenprüfung.

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