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300ter Geburtstag Friedrichs des Großen

In diesem Jahr feiert man den 300ten Geburtstag Friedrich II. Zahlreiche Veranstaltungen feiern dieses Fest im ganzen Lande. Unter www.preussisches-arkadien.de hat man den besten Überblick.

Kurzberichte aus der Forschung:



Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Vor 90 Jahren geschah etwas weltweit einmaliges in Berlin. Unternehmer taten sich zusammen, um Wissenschaft und Bildung zu fördern. Gründungsvater war der Industrielle Carl Duisberg. Der aktuelle Präsident des Stifterverbandes formuliert das Selbstverständnis so: „Die Wirtschaft weiß, dass es ihr nur dann gut gehen kann, wenn es der Wissenschaft gut geht.“

Aus dieser, aus der Notsituation nach dem Ersten Weltkrieg geborenen, Initiative wurde die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die grüßte staatliche Forschungsförderorganisation. Die Mitgliedsunternehmen des Stifterverbandes unterstützen die DFG mit beträchtlichen Summen.

Der Verband widmet sich verstärkt aktuellen Themen, wie z.B. Forderprogramme zur Verstärkung der Leistungsfähigkeit der Wissenschaft. Die lange an den Universitäten vernachlässigte Lehre rückt verstärkt in den Focus, auch wegen der Konkurrenz der Hochschulen. Die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master werden durch „welcome“ – Initiativen massiv unterstützt.

Der Stifterverband macht auch verstärkt politischen Druck auf die Universitäten und Schulpolitiker, sich um den Fachkräftemangel zu kümmern. Fehlen doch aktuell allein über 30 000 Ingenieure in Deutschland.
Mehr Informationen unter www.stifterverband.de


Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)

Diese Einrichtung vereint unter ihrem Dach international und weltweit einmalige herausragende Museen, Bibliotheken, Archive, Forschungsinstitute und Sammlungen. Dies alles repräsentiert die kulturelle Enzwicklung der Menschheit von Ihren Anfängen bis in die Gegenwart.

Die Einrichtungen der SPK sind aus den Sammlungen des preußischen Staates hervorgegangen. Die Arbeit der SPK eicht von wissenschaftlichen Dienstleistungen durch weltweite Bereitstellung der Forschungsergebnisse. Die umfangreichen Bestände sind Grundlage und Plattform für eine globale Vernetzung.

So ist z.B die SPK Mitglied im Exzellenzcluster „Topoi“ der FU und HU. In Zusammenarbeit und mit Förderung der DFG wird ein Projekt des geheimen Preußischen Staatsarchivs unterstützt zu den preußisch-chinesischen Beziehungen 1848 bis 1911. Das beinhaltet auch die komplette Erschließung deutscher und chinesischer Archivalienbestände.

Die SPK ist, mit föderalem Argwohn betrachtet, längst hochbeachteter Akteur in der internationalen Forschungslandschaft und ist untrennbarer Bestandteil der globalen Informationsgesellschaft.

Mehr Informationen unter www.preussischer-kulturbesitz.de

Forschungsverbund Exzellenzcluster „Topoi“

In diesem Projekt untersuchen insgesamt über 200 Wissenschaftler wie Archäologen, Geographen, Historiker, Linguisten, Philosophen und Theologen, wie sich antike Räume und antikes Denken entwickelt haben.

Dies ist Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung der Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen.
Neben der FU, der HU und der SPK sind daran beteiligt: das Max-Plank-Institut für Wissenschaftsgeschichte, das Deutsche Archäologische Institut und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

Schon in der Antike umfasste der Begriff mehr als nur die räumliche Bezeichnung für einen konkreten Ort. Topoi sind virtuelle Orte, Argumentationsmuster, gar „Nicht-Orte“ „OU-Topoi“ Utopien.
Begriffsbeziehungen, Verknüpfungen mentaler Inhalte, all dies sind auch Begriffe, die eine räumliche Dimension eröffnen. So wird Topos ein umfassendes Ordnungssystem für komplexe Beziehungen.

So untersucht das Projekt die Formation und Transformation von Raum und Wissen in der Antike vom sechsten vorchristlichen Jahrtausend bis in die Spätantike. An verschiedenen Schnittstellen werden räumliche Umwelten und ihre Gestaltung durch den Menschen in der Antike sowie die Anpassung des Menschen an das natürliche Lebensumfeld erforscht. Wichtig dabei sind technologisches – und Erfahrungswissen, wie z.B. das Wassermanagement in ariden Regionen oder die Ausbreitung von Rad und Wagen.

Auch gesellschaftliche Regelungsmechanismen, Praktiken zur Konfliktregulierung, Symbolsysteme, Initiationsriten, Begräbnisformen etc. sind Gegenstand der Forschung.

Weitere Informationen unter www.hu-berlin.de oder www.fu-berlin.de jeweils zu „Topoi“

Neues aus der Archäologievom 13.8.2010

Archäologen wollen 1800 Jahre alte Kammer in Teotihuacan öffnen!

Mexikanische Forscher haben einen Tunnel entdeckt, an dessen Ende eine seit 1800 Jahren verschlossene Grabkammer vermutet wird. In 12 Metern Tiefe legten die Archäologen den Eingang zu einem Tunnel unter dem heiligsten Bauwerk der antiken Stadt frei. Unter dem Tempel der "gefiederten Schlange" Quezalcoatl machten die Forscher insgesamt drei Kammern aus.

Die museale Forschung erhält und erweitert das Wissen über das natürliche und kulturelle Erbe, das in den Museen bewahrt wird. Diese hochinteressante Tätigkeit bleibt der Öffentlichkeit meist verborgen. Ein gemeinsames Anliegen einer Reihe von deutschen Kunstmuseen ist es, mit dem alljährlichen „Tag der Forschung“ die Museen nicht nur als Ausstellungsorte, sondern , auch im Sinne Wilhelms von Humboldt, als wissenschaftliche Forschungseinrichtung und Lernort im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Beispiele:


Neue Vitrinen für das neue Museum.
Sammlungsbewahrung ist eine wichtige Aufgabe der Museen. Nicht nur die Grapschhände der Besucher sondern auch Schadstoffe aus der Luft, falsches Licht etc können den Zerfalle von Objekten bedeuten. Im Zuge der Errichtung des wiederhergestellten Neuen Museums wurde deshalb für die Vitrinen ein völlig neues Konzept umgesetzt. Ein acrylgebundener Mineralwerkstoff ersetzt die früher vielfach verwendeten Holzfaserplatten. Alle Materialien sind vor ihrem Einsatz am Rathgen-Labor in Berlin geprüft worden.

Provenienzforschung

Diesen Forschungsbereich könnte man fast der Kriminalistik zuordnen. Er basiert auf intensiver Spurensuche: Geschäftsakten, Korrespondenzen, rückseitige Aufkleber, Stempel, Auktionskalender. All dies bietet Anhaltspunkte zur Rekonstruktion der Besitzgeschichte von Kunstwerken.
Nicht alle Fälle klären sich leicht. Daher widmet sich das Zentralarchiv seit 2008 verstärkt der Recherche lückenhafter Provenienzen von Werken der Staatlichen Museen zu Berlin, besonders im Hinblick auf ehemals jüdischen Besitz.
Es sei an die Ausstellung in Jüdischen Museum zu Berlin erinnert: „Raub und Restitution“.


Ein sehr aktueller Hinweis aus diesem Forschungsbereich:
Die Gemäldegalerie von Sanssoucizeigt seit Mitte Juli 2010 wiederentdeckte Gemälde aus der Sammlung Friedrichs des Großen. Allein die Auffindungsgeschichte ist spannend wie ein Krimi.
So vermisst die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten noch etwa 3000 Gemälde, Provenienzgeschichte unklar, entweder vormals jüdisch oder von den Sowjetischen Kunstbrigaden „geklaut“
www.spsg.de

Oroiginal und Kopie
Schinkel in der Alten Nationalgalerie. Schinkels Gemälde wurden schon zu Lebzeiten hoch taxiert und deshalb mehrfach kopiert Aus Anlass der Wiederentdeckung von dem Hauptwerk „Gotischer Dom am Wasser“, das jahrzehntelang als Kopie galt, wird die Nationalgalerie ihren Gesamtbestand an Schinkelwerken mit Infrarottechnik erforschen.



cg